Die Umweltprämie

Die Umweltprämie (auch Abwrackprämie genannt), dient, so heißt es, der „Förderung des Absatzes von Personenkraftwagen“.
Das leuchtet ein: man schafft einen finanziellen Anreiz, ein neues Auto zu kaufen.
Abgesehen davon, dass man mal darüber nachdenken sollte, wie sinnvoll es ist, technische einwandfreie PKWs zu vernichten (und hört man die Stimmen der Verwerter, haben solche Autos einen nicht unerheblichen Anteil unter den „abgewrackten“ Fahrzeugen), schaue ich ein bisschen in die Zukunft und frage ich mich, welche Auswirkungen es wohl haben mag, wenn man für einen dramatischen Anstieg von Neufahrzeugen sorgt und die entsprechenden Altfahrzeuge quasi verschwinden.

  • Wie geht es (z. B. den vielen freien) Autowerkstätten, die bald wesentlich weniger Autos zu reparieren haben?
  • Wie geht es Schrottplätzen, die bald wesentlich weniger Ersatzteile reinbekommen?
  • Wie geht es Teilehändlern, die bald wesentlich weniger Teile verkaufen werden?
  • Wie geht es den Autohändlern selbst, wenn der Boom vorbei ist und dann erstmal kaum noch jemand Autos kauft?

Traumberuf Schmuckeremit

Du hast keine Lust, körperlich hart zu arbeiten? Du hast eigentlich auch keine Lust, den Geist anzustrengen? Du würdest am liebsten einfach nur den ganzen Tag irgendwo rumhängen, nicht zwingend auf allzuviel Pflege und Körperhygiene achten müssen und dafür dann auch noch bezahlt werden?
Dann bist du definitiv im falschen Jahrhundert geboren worden, denn im 18. und 19. Jahrhundert gab es genau dieses Berufsbild. Die so genannten „Schmuckeremiten“ wurden dafür bezahlt, dass sie Parkanlagen bewohnten und auf Wunsch des Arbeitgebers sich den Besuchern zeigten.
Wikipedia weiß mehr.

Palm: sind sie wieder da? Tot geglaubte leben länger

Palm. Dieser Name stand mal für innovative und intuitiv zu bedienende PDAs. Palm hat mit dem Palm Pilot (damals nach der Übernahme durch US Robotics) den ersten kommerziell erfolgreichen PDA vorgestellt, möchte ich sagen, und hat lange Jahre auch den Markt dominiert.
Doch irgendwann fehlten die Innovationen, die Hardware kam außer Mode und man verlor den Anschluss an die Zeit.
Das Betriebssystem der Palms ist technisch veraltet, auch große Teile des UIs sind nicht mehr zeitgemäß. Die letzten Jahre gab es immer wieder Gerangel um die Weiterentwicklung; erst wurden die Hardware- und Softwareabteilung von Palm in zwei Firmen gespalten, dann war fraglich, ob das derzeitige OS überarbeitet werden soll, ob ein fremd-OS eingekauft werden soll oder doch selbst etwas neues entwickelt werden soll.
Die Smartphones blieben technisch hinter den Konkurrenzprodukten zurück. Irgendwann fing Palm dann an, Smartphones mit Windows Mobile zu verkaufen – zur Verwunderung Vieler.
Fehlender Absatz schlug sich imemr wieder in Entlassungen und großen Verlusten wider.
Schließlich stieg nochmal ein Investor ein.
Nach Jahren der Spekulationen, dem Hin und Her, Ankündigen und Revidierungen, hat Palm nun auf der CES 2009 gleich zwei Dinge vorgestellt:
mit webOS ein neues Betriebssystem und mit dem Palm pre direkt das erste Endgerät für dieses Betriebssystem.
Ich habe mir die Aufzeichnung der Keynote von Palm, zu erreichen unter dieser Adresse angeschaut und bin – kurzum – ziemlich beeindruckt.
Man scheint sich wirklich Gedanken gemacht zu haben, man hat in punkto Bedienung von Apple gelernt, aber darüber hinaus auch eigene Ideen umgesetzt. Doch nicht nur in der Bedienung an sich, auch bei den Features haben die Leute von Palm viel vor: das zentrale Ziel von webOS soll es sein, die ganzen Informationen, die man „überall“ gespeichert hat, über ein einheitliches Interface erreichbar zu machen; die vorgestellte Konzepte sehen sehr danach aus, als ob Palm hier wieder Innovation ist, wo es auch vor etwa 10 Jahren Standards gesetzt hat: im Bereich der PIM-Anwendungen. Genau der ist meines Erachtens nach der, an dem das iPhone (bisher) (noch) am meisten krankt. PIM heißt zuweilen oftmals nur „ich habe einen Kalender und ich kann Telefonnummern speichern“.
Ich bin sehr gespannt – vor allem auch auf den Preis und würde mich freuen, wenn Palm es schaffen würde, wieder in den Markt zu kommen; das Potential dazu scheint der pre auf alle Fälle zu haben.

(Customers are) not always right

Auf dieser Webseite werden Gespräche und Erlebnisse mit Kunden in den unterschiedlichsten Bereichen wiedergegeben; meistens hat der Kunde – wie der Titel der Webseite sagt – nicht Recht, ist aber umso mehr davon überzeugt, dass er in selbigem ist. Ich habe schon Tränen gelacht, wurde dabei aber auch schon des öfteren an meine eigenen Erlebnisse mit Kunden erinnert…

Ein Glück, dass das vorbei ist…

Vor einigen Wochen sah ich eine Dokumentation über die letzten Monate der DDR. Es kamen mehrere Menschen zu Wort, die versucht haben, die DDR zu verlassen oder es auch geschafft haben.
Dabei war der Tenor recht deutlich: diese Menschen wurden sich bewusst, dass sie unterdrückt wurden, sie wollten nicht mehr in einem Staat leben, der ihnen vorschreibt, was sie wie zu tun haben, wie sie zu denken hätten und wohin sie (nicht) zu reisen haben und sie kamen sich allesamt überreguliert und entmündigt vor.
Die eingängige Meinung: Ein Glück, dass das vorbei ist.
Aber ist unser Land wirklich noch so frei, wie es damals war? Müssen auch wir nicht sehr aufmerksam gegenüber der Dinge werden, die unser Staat so veranstaltet?
Mittlerweile haben wir schon eine Vorratsdatenspeicherung, und etwas, das unseren Staat einmal ausgemacht hat, wird mehr und mehr zu kippen versucht – die Bürger werden unter Generalverdacht gestellt.
Die Onlinedurchsuchung haben wir mittlerweile auch schon, gleichzeitig werden die Grenzen immer weiter herab gesetzt, ab denen man handlungsfähig wird, aber auch die Handlungsmöglichkeiten deutlich erweitert.
Was aber viel schlimmer ist: in der Bevölkerung fehlt ein Unrechtsbewusstsein. Bereitwillig wird bei Umfragen mitgemacht, Postleitzahlen beim Einkauf preisgegeben, es wir mitgeholfen, detaillierte Muster über Einkaufgewohnheiten zu erstellen, indem man mit diversen Rabattkarten schön personalisierte (!) Informationen erzeugt.

Spricht man einmal auf diese Dinge an, kommt schnell die Antwort: „Was sollen wir denn schon dagegen machen? Die da oben machen doch eh was sie wollen.“ oder „Was kann ich denn schon tun?“. Wirklich? War nicht zuletzt ein Faktor, der die DDR zu Fall brachte, dass einfach die Menschen auf die Straße gegangen sind und ihrem Staat gezeigt haben, dass sie nicht mehr willens sind, sich unterdrücken zu lassen?
Gerne wird auch als Argument vorgebracht „Ich habe nichts dagegen, ich habe nichts zu verbergen.“ – Ja, wirklich? Wie schaut es mit der Wohnungstür aus, dem Auto, dem Fahrrad; werden die dann auch nicht abgeschlossen, weil man nichts zu verbergen hat? Ach, da könnte man etwas klauen? Soso, und so etwas wie Datenklau gibt es nicht? So sehen die Gesichter derer nicht gerade aus, wenn im Rahmen diverser Reportagen gebrauchte Speichermedien gekauft und dann die Fotos vom letzten Urlaub, Bewerbungsschreiben, Informationen über den Geldverkehr oder noch ganz andere Dinge wiederhergestellt werden…
Scheint also so, als ob Vielen doch irgendwie daran gelegen ist, dass manche Dinge nicht Jeder sehen kann. Da sollte sich jeder mal an die eigene Nase fassen und überlegen, wie es so mit seinen persönlichen Daten ausschaut und ob man nicht hier und da vielleicht mal etwas genauer aufpassen sollte.
An dieser Stelle fällt mir folgende kleine Ansprache von Heinz Rudolf Kunze ein:

Stromausfall – ultrakurz und Erinnerungen an früher

Heute morgen hatten wir einen Stromausfall. Ich stellte es fest, weil unser Anrufbeantworter nicht mehr eingeschaltet war. Bei der Kontrolle der diversen Geräten mit eingebauter Uhr wurden Erinnerungen an früher wach – und zwar daran, dass vor nicht allzu langer Zeit eigentlich alle Geräte, in die eine Uhr integriert sind, nach jedem kurzen Stromausfall mindestens die Uhrzeit neu programmiert bekommen mussten, wenn nicht gar noch mehr Einstellungen.
Den Stromausfall stellte ich fest, da es unseren Anrufbeantworter (schon ein etwas betagtes Gerät) voll erwischt hat: Nachrichten weg, Ansage weg, und natürlich Uhrzeit / Datum weg.
Seit einiger Zeit ruhen bei uns in sämtlichen Radiowecker-artigen Geräten entsprechende Pufferbatterien, sodass ich heute morgen auch überhaupt geweckt wurde.
Der DVD-Recorder zieht seine Uhrzeit aus dem Antennensignal – hier also kein Problem. Die schnurlosen Telefone haben ihre Uhrzeit im Handgerät gespeichert bzw. bekommen die Uhrzeit aus dem ISDN – auch hier kein Problem.
Am interessantesten hat sich aber der Router verhalten: das Log verrät, dass der Router neu gestartet hat, aber irgendwie reichte die Zeit des Stromausfalls nicht aus, um die Uhrzeit zu vergessen, denn das Log startet mit der korrekten Uhrzeit, aber eben mit der Meldung, dass das System neu startet.

„112 – Sie retten dein Leben“ – so sicherlich NICHT

Auf RTL läuft seit dem 25.08.2008 Montags bis Freitags, je 17:00 Uhr eine daily soap über das Rettungswesen. Im Zentrum der Handlung steht eine (fiktive?) Wache, in der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst gemeinsam untergebracht sind.
Die erste Folge habe ich mir auch angesehen und konnte, da ich in diesem Bereich ja über eine gewisse Ausbildung und Erfahrung verfüge, am laufenden Meter Fehler entdecken und jede Menge Dinge, die in der Realität so sicherlich nicht ablaufen würden. Mein persönliches Highlight aus der ersten Folge ist der Feuerwehr-„Einsatzleiter“, der den am Einsatzort eintreffenden Polizisten Befehle erteilt, die diese unverzüglich ausführen.
Nun gut, diese Sendung ist als daily soap und Actionserie angelegt, infolgedessen wurde auch hauptsächlich Wert auf diese beiden Elemente gelegt und tatsächliche Gegebenheiten aus dem Rettungswesen aber nicht nur vernachlässigt, sondern weitgehend ignoriert. Im Blog-Beitrag wird derzeit über die Zukunft der Ausbildung im Rettungsdienst nachgedacht und im Rahmen dieser Diskussionen wird auch von einer möglichen Ausbildung als „Paramedic“ gesprochen. Weiterhin wird auch vom „Sanitäter“ gesprochen. Ein „Sanitäter“ hat eine ausdrücklich nicht-rettungsdienstliche Ausbildung, die nicht einmal genau definiert ist.
Ich möchte diesen Blog-Beitrag empfehlen; der Schreiberling hat sich die Mühe gemacht und die ganze erste Woche der Serie angesehen und verrissen analysiert hat.