Google Text & Tabellen Nutzungsbedingungen – ganz schön happig!

Ich höre gerade die 67. Folge des Podcasts Computerclub 2. Dort wird auf die Nutzungsbedingungen der internetbasierten Office-Programme von Google hingewiesen. Dort heißt es in den Nutzungsbedingungen unter Punkt 10: „Durch Übermittlung, Einstellung oder Darstellung der Inhalte gewähren Sie Google eine dauerhafte, unwiderrufliche, weltweite, kostenlose und nicht exklusive Lizenz zur Reproduktion, Anpassung, Modifikation, Übersetzung, Veröffentlichung, öffentlichen Wiedergabe oder öffentlichen Zugänglichmachung und Verbreitung der von Ihnen in oder durch die Services übermittelten, eingestellten oder dargestellten Inhalte.“ und weiter: „Sie stimmen zu, dass diese Lizenz Google auch das Recht einräumt, entsprechende Inhalte anderen Gesellschaften, Organisationen oder Personen, mit denen Google vertragliche Beziehungen über die gemeinsame Erbringung von Diensten unterhält, zugänglich zu machen und die Inhalte im Zusammenhang mit der Erbringung entsprechender Dienste zu nutzen.“

Das ist – wie ich finde – ziemlich harter Tobak. Also den neuen Patentantrag würde ich nicht unbedingt in Google Text & Tabellen verfassen 😉

Soviel zum Thema „in AGBs steht doch immer das Gleiche drin“ und „Was soll da schon Schlimmes drin stehen“. Ich sehe es des öfteren, dass – gerade bei Online-Geschichten – Menschen schneller auf „Ich akzeptiere die AGB“ geklickt haben, als der Rest des Formulars ausgefüllt ist – und zwar mit genau diesen Begründungen.
Ich bin schon oft belächelt worden, wenn ich Formulare, die mir mit dem Kommentar „Hier bitte unterschreiben“ in die Hand gedrückt werden, durchlese – und hier hätte es sich sehr gelohnt, das wieder zu tun. Ich bin mir sicher, dass bei weitem nicht alle Nutzer von Google Text & Tabellen wissen, mit was sie sich da einverstanden erklärt haben.

„Dort soll es schön sein …“

Im Moment sind ja Dokumentationen über Auswanderer total in. Gerade läuft auch wieder eine Dokumentation, bei der eine verheiratete Frau sich Kind (im Grundschulalter) und Hund schnappt, um nach Norwegen auszuwandern. Interessante Aspekte:

  • Sie spricht kein (!) Norwegisch
  • Sie will nach Bergen auswandern, weil sie gehört (!!) hat, dass man dort Altenpfleger suchen würde, was der Beruf ist, den sie erlernt hat
  • Sie spricht kaum (!) Englisch
  • Sie hat kein genaues Ziel, hat in Bergen keinen Ansprechpartner, geschweige denn Startkapital, eine feste Bleibe oder sonst etwas in der Art
  • Sie fuhr los, offenbar ohne sich über ziemlich grundlegende Dinge zu informieren, so dass sie einerseits völlig überrascht war von der Tatsache, dass es in Norwegen gebührenpflichtige Autobahnen gibt – geschweige denn, dass sie vor der Abreise Geld in norwegische Kronen zu tauschen
  • Als Übernachtungsmöglichkeit für die ersten Tage oder Wochen (!), also bis sie einen Job hat, um sich eine Wohnung zu leisten (!), hat sie aus Deutschland einen Klapp-Wohnanhänger (ex-DDR Klappfix) mitgebracht – und offenbar noch nicht einmal geübt, das Ding aufzubauen, da sie bereits beim ersten Aufbauversuch nahezu verzweifelt.

Es geht dann weiter damit, dass ihr bei der Arbeitsvermittlung offenbart wird, dass sie, ohne Norwegisch sprechen zu können, keine Aussicht auf einen einigermaßen qualifizierten Job hat (Welch Überraschung!) und auch von der Tatsache, dass das Mieten von Wohnungen in Norwegen eher die Ausnahme ist, war sie sichtlich überrascht. Als sie mit dem Anhänger eine Reifenpanne hat, regt sie sich über die Verkäufer dieses Anhängers auf (es stellt sich heraus, dass die Reifen porös waren)…
Ein deutscher Arbeitsvermittler empahl ihr, es auf den Lofoten zu versuchen, sodass sie nochmal mehrere hundert Kilometer weiter gefahren ist, um dort eine Arbeitsstelle als Aushilfe annimmt – und eine Holzhütte streicht.

Ich habe mir ja auch schonmal ein paar Gedanken über das Auswandern gemacht – so allgemein, und ich habe auch Kontakt zu Jemandem, der auswandern wollte und nach einem Jahr dann wieder zurückgekommen ist. Ich habe für mich entschieden, dass ich, wenn ich auswandern wollen würde, das nur tun würde, wenn ich entsprechende Sicherheiten habe (bereits festen Job vor Ort, Beschäftigungsmöglichkeiten oder etwas Vergleichbares). OK, es mag Menschen geben, die da abenteuerlustiger sind, aber so völlig ins Blaue, und dann auch noch, ohne wenigstens ansatzweise die Sprache des betreffenden Landes zu sprechen? Das kann nur mit viel viel Glück klappen. Und richtig: die meisten dieser Dokumentationen enden damit, dass man nach x Wochen dann doch wieder nach Deutschland zurückkehrt – so auch hier.