Ärzte und Termine…

Heute war es mal wieder soweit:ich hatte einen Arzttermin.
Das Wort Termin verursacht mir dabei immer so ein unangenehmes Ziehen in der Magengegend.
Ein Termin, so bin ich der Meinung, ist die feste Vereinbarung von mindestens zwei Parteien, zu einem festgelegten Zeitpunkt etwas vorher abgesprochenes durchzuführen / bis dorthin durchgeführt zu haben o.ä.
Was Arzttermine angeht, habe ich zwischen 0 und 120+ Minuten Wartezeit eigentlich schon alles erlebt.
Gerne wird bei langen Wartezeiten ja das Argument vorgebracht, dass Notfallpatienten mit höherer Priorität behandelt werden – das kann ich auch verstehen. Nur ist es ja wohl hochgradig unwahrscheinlich, dass Notfallpatienten zum täglichen Geschehen gehören – denn dann sollte man sich fragen, ob man nicht irgendetwas falsch macht.
Allerdings frage ich mich, da ich auch schon mehrmals als „Notfallpatient“ beim Arzt war, warum ich dann auch oft genug endlos warten musste und man mir die Wartezeit mit der „Menge“ an regulären Termin-Patienten begründete.
Als Patient bin ich gezwungen, alle Entschuldigungen hinzunehmen. „Wir haben im Moment viel zu tun“, „Die Termine vor Ihnen haben etwas länger gedauert“, und so weiter, und so weiter…
Ich erwarte ja auch nicht, dass ich, wenn ich exakt pünktlich in der Praxis eintreffe, auch innerhalb der nächsten zwei Minuten ins Sprechzimmer gebeten werde.
Aber: warum muss ich bei einem Arzt im Schnitt zwischen 10 und 20 Minuten warten, bis ich an die Reihe komme? Warum erlebe ich es zuhauf, dass ich zu meinem Termin pünktlich erscheine und Patienten, die nach mir kommen, aber früher ins Sprechzimmer gerufen werden als ich?
Wenn ich gegen Ende der Sprechzeit nachmittags da bin, könnte ich ja nachvollziehen, dass sich diverse Patienten von den früheren Stunden akkumuliert haben und es dann noch voll ist. Hier erlebe ich aber oft genug das Gegenteil: scheint so, als ob die Termine so gelegt werden, dass sie einen möglichst pünktlichen Feierabend begünstigen?
Oft genug habe ich aber auch schon Direkt zu Beginn der Sprechstunde Arzttermine gehabt. Ich hatte also einen Termin für 8:00 Uhr, 8:15 Uhr o.ä., sah das Wartezimmer aber oft genug dann (inkl. mir) mit 3+ Patienten besetzt.
Wie merkwürdig muss das Terminmanagement-System aussehen, dass zu so abstrusen Ergebnissen führt?
Ein Argument könnte sein, dass man ja nicht gut planen kann, weil man nicht voraussehen kann, wie lange ein Termin dauern wird. Wenn dem so sein sollte, dann ist doch ganz klar die Forderung, bei Terminabstimmung nachzufragen, worum es geht, um in etwa abschätzen zu können, wie lange der Termin dauern wird.
Der unverschämteste Teil an der ganzen Geschichte ist, so finde ich, dass mir als Patient bei Versäumnissen nichts verziehen wird. Kommt mir einnmal was dazwischen und komme ich mal 20 Minuten später als vereinbart, heißt es allzuschnell „Tut uns leid, Sie kommen zu spät, Ihr Termin ist vorbei, Sie müssen einen neuen machen.“
Ich muss genug Zeit mitbringen, um pünktlich in der Praxis zu sein und neben der eigentlichen Untersuchung direkt noch darauf vorbereitet sein, dass mal so noch das eine oder andere Stündchen an Wartezeit anfällt.
Das komische ist nur: es gibt genug Gewerbe, die ähnlich strukturiert sind wie ein Arztpraxisbetrieb: Werkstätten, Anwälte, Frisöre und nicht zuletzt auch die normale Verabredung im privaten Bereich: ich habe in einer Werkstatt noch nie eine Stunde warten müssen. Ich glaube, wenn das zwei mal passiert wäre, hätte ich auch ganz schnell den Betrieb gewechselt – etwas, was man beim Arzt aber nicht so einfach durchführen kann, und vielleicht verlassen sich die Ärzte gerade genau darauf?
Aber zum Stichwort Terminmanagement: oft genug sehe ich Arztpraxen, in denen Termine händisch auf einem großen Board mit Terminblättern verwaltet werden – und zwar in ziemlich kleinen Zellen mit viel Bleistiftkritzelei. Zusätzlich werden die Daten aber ganz sicher noch im Rechner gespeichert (und für die Abrechnung werden sie das sicherlich müssen), was ziemlich nach doppelten Datensätzen riecht – was selten sinnvoll war.

Neujahr, Dortmund und Nebel: es ging gaaaaaaarnichts mehr!

Sodenn, ich nahm an der in den Räumen der Fachschaft organisierten Silvester-Party teil. Um 0:00 Uhr wollten wir uns geplantermaßen an einem Ort befinden, der einen schönen Ausblick auf Silvesterraketen bietet. Zur Wahl standen der Florianturm und die sog. Hombrucher Alpen, eine Abraumhalde.
Da wir letztlich nur ein Auto mit nüchternem Fahrer hatten, um 6 Personen transportieren, blieb nur die eine Möglichkeit, zwei mal zu fahren. Hin war das alles noch überhaupt kein Problem – obwohl wir selbst hier im Nachhinein zugetragen bekamen, dass sich schon zwischen 22 und 23 Uhr stellenweise ziemlich dichter Nebel gebildet haben soll.
Wir begingen den Rutsch ins neue Jahr und machten uns dann so gegen 1 Uhr auf, die erste Tour zurück Richtung Uni zu machen. Schon auf der Halde sah man hier und dort nicht mehr so gut, was wir aber zunächst einfach nur den Silvesterknallern zuschrieben.
Am Auto angekommen war es dann schon ziemlich neblig. Es wurde auf der Fahrt zurück zur Uni noch dichter; relativ schnell erreichten wir Sichtweiten von unter 50 Metern. Nun, angekommen an der Fachschaft konnte ich von der einen Straßenseite das Gebäude auf der anderen Straßenseite noch erkennen. Ich wollte nun zurück zur Halde einen anderen Weg fahren, der in einer Art Senke liegt – bis der Nebel dann so dicht war, dass ich nach vorne heraus noch das Ende meines Autos und die leuchtenden Scheinwerfer sehen konnte – ansonsten nur noch GRAU. Also kehrte ich um und raste mit Geschwindigkeiten von 10 bis 40 km/h den anderen Weg entlang. An der Halde angekommen ging es dann wieder zurück Richtung Fachschaft. Das Fahrzeug vor uns konnten wir noch erkennen, von dem Fahrzeug davor konnte man nur erahnen, dass es sich um etwas Großes zu handeln schien. Nach mehreren Minuten Rätselei erkannten wir dann schließlich, dass es sich um einen Leiterwagen er Feuerwehr handelte.
Auf dem Weg zurück fuhren wir mehrfach an Unfällen, stehen gebliebenen Fahrzeugen und auf dem Bürgersteig / am Straßenrand stehenden Fahrzeugen vorbei. Diese hatten alle ordnungsgemäß die Warnblinkanlage eingeschaltet.
Richtig sinnlos wurde es dann aber, als auch die Fahrer der noch fahrenden Fahrzeuge die Warnblinkanlage einschalteten. Manchen Fahrern wurde es zu heikel, sodass ihre Mitfahrer ausstiegen und vor dem Auto herliefen.
Wir waren zu Dritt im Auto, sodass neben dem eigentlichen Fahren und nach-vorne-schauen noch einer zur Seite aus dem Auto schaute, um den Abstand zum Bordstein zu kontrollieren und der andere zur anderen Seite nach draußen sah, um den Abstand zur Mittellinie zu kontrollieren. So konnten wir uns dann zurück zur Fachschaft manövrieren. Schließlich (und heile) dort angekommen konnten wir nun auf der einen Straßenseite aber nicht mehr die Gebäude auf der anderen Straßenseite erkennen. Wie weit wir noch sehen konnten, weiß ich nicht, aber de facto konnte man, an einer Straßenlaterne stehend, die in einer Reihe mit anderen Straßenlaternen mit etwa 15 m Abstand aufgestellt war, absolut nicht erkennen, dass da noch eine Straßenlaterne kommt – „Sichtweiten von unter 5 m“ trifft die Sache tatsächlich ganz gut, denke ich.
Nun noch ein paar Impressionen:
Auto an Kreuzung
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SB-Kassen: und jetzt nochmal richtig…

so begab es sich dann seit Langem mal wieder, dass ich in einem der Elektronikmarkt-Tempel etwas kaufte. Da hier gerade zufälligerweise ein neues solches Geschäft eröffnet hat, habe ich mich dann auch direkt mal auf den Weg dorthin gemacht.
Schließlich habe ich dann tatsächlich einen Artikel ausgesucht, den ich dann auch käuflich erwerben wollte. Um meiner Pflicht genüge zu tun suchte ich also nach einer möglichst unbelasteten Kasse – angesichts des „Weihnachtstraffics“ nicht ganz so einfach. Ich sah gen Decke, um anhand der von der Decke hängenden Schilder überprüfen zu können, wie viele Kassen es überhaupt gibt. Ich las: „Kasse 1, Kasse, Kasse SB.“ Kasse SB? Richtig, darüber habe ich im Fernsehen schonmal einen Bericht gesehen. Eine Kasse, an der der Kunde sich selbst bedient. Neuen Dingen gegenüber grundsätzlich offen wollte ich diese Kasse dann auch direkt benutzen. Bei Annäherung an die SB-Kasse habe ich dann auch gesehen, dass die Schlange an diesen Kassen kurz ist.
Mit einem Blick auf die Kasse erinnerte ich mich auch an das, was ich im Fernsehen darüber gesehen habe.
Von vier Kassen waren nur zwei in Betrieb, und an jeder Kasse stand ein Mitarbeiter des Geschäfts. „Aha“, dachte ich mir, „bestimmt, um den Kunden zu helfen, die nicht damit zurecht kommen.“. Doch nach kurzer Zeit stellte ich fest, dass die Mitarbeiter nicht zur Unterstützung der Kunden bei Fragen da waren, sondern deswegen, weil es mit diesen Geräten offenbar noch ziemliche Probleme gibt. Das Initiieren des Bezahlvorgangs und das Scannen des Artikels funktionierten noch, aber ab dem Schritt, ab dem der gescannte Artikel auf eine Ablagefläche mit integrierter Waage gelegt werden soll, ging es dann ständig schief. Sofort erschien eine „Warten Sie auf Betreuer“-Meldung. ebendieser war dann entsprechend flink parat und hielt eine Art Stronoschlüssel an die Kasse. Daraufhin wurden ein paar „Debuginformationen“ angezeigt, u. A. das aktuelle gewogene Gewicht und eine Fehlermeldung.
„Unerwartetes Gewicht“, „Falsches Gewicht“, „Unbekannter Artikel“ waren nur ein paar der Meldungen, die sich gegenseitig überschlugen. Nach etlichen Drücken auf Buttons wie „Bestätigen“ und „Ignorieren“ hatte man die Kasse dann soweit, dass sie den Artikel akzeptiert hat. Ab da konnte dann der „Bezahlen“-Button gedrückt werden und der Vorgang konnte reibungslos zum Abschluss gebracht werden – bis zum nächsten Kunden.
Tja, schade eigentlich, der Vorgang hat letztlich wohl ein Vielfaches der Zeit eingenommen, wie er bei der durch einen menschlichen Mitarbeiter durchgeführten Bezahlung benötigt hätte.
Der Weisheit letzter Schluss scheinen diese Geräte ganz allgemein noch nicht zu sein, denn ich möchte mal behaupten, dass ein einigermaßen versierter Kassierer die Waren auf jeden Fall schneller kassiert bekommt als der durchschnittliche Kunde.