Genesis live 26.06.2007 – das war stark war das!

Es war Ende November 2006, als eine Nachricht durch die Presse ging, von der wohl die wenigsten gedacht hätten, dass man sie einmal hören würde: Phil Collins macht wieder bei Genesis mit und man plane derzeit eine Tour durch Europa.
Ich habe zunächst nicht glauben wollen, was ich da hörte – als dann aber selbst auf der offiziellen Genesis-Seite von dieser Neuigkeit berichtet wurde und man eine offizielle Pressekonferenz ankündigte, war die Sache dann doch ziemlich klar.
Die großen bisher ungeklärten Fragen: aus welchen Epochen würde Genesis Lieder spielen? Würde auch Peter Gabriel mit von der Partie sein? Wird man auch neues Material spielen?
Die meisten Fragen wurden während der Pressekonferenz beantwortet: (Schlagzeug)soli werden wieder einen großen Teil des Konzerts ausmachen, man wird kein neues Material spielen und man würde eine Setlist wählen, die die Liebhaber der einzelnen Epochen der Band zufriedenstellen sollte.
Eine für mich wichtige Frage war dann aber: wie würde man das Konzert aufziehen? Eine so gigantische Show wie zu Zeiten der Invisible Touch-Tour würde sich wohl kaum realisieren lassen und entspricht auch nicht dem aktuellen Bekanntheitsgrad von Genesis. Von Phil Collins „First Farewall Tour“ kenne ich zwar nur Videoaufnahmen, aber speziell die (vor allem für die Anzahl der Musiker) geringe Größe der Bühne und teilweise etwas magere Aufmachung der Songs machten auf mich keinen sehr guten Eindruck. Irgendwie wirkte da alles wie aufgewärmt und Phil Collins irgendwie lange nicht mehr so spritzig wie früher. Auch die Bühnenshow wirkte doch leicht spärlich: kaum Scheinwerfer, im Prinzip nur eine LED-Wand, die dann auch noch recht vorsichtig genutzt wurde.
Ich hatte schon ein bisschen Angst, dass die Tour sehr enttäuschend ausfallen könnte, weil nicht genug Aufwand investiert werden würde.
Ich überlegte hin und her, ob ich mir den nun eine Karte für ein Konzert kaufen werden würde, und war mir dann aber relativ schnell klar: die Chance, Genesis live zu sehen, wird man vermutlich nicht mehr sehr oft haben, und da sollte man lieber zuschlagen.
Der Schock kam dann aber: knapp 70 € für eine Karte im Innenraum! Der Zweifel war dann aber schnell überwunden und ich legte mir eine Karte für die erste der zwei Termine in der LTU-Arena in Düsseldorf zu.

Schließlich machten mehr und mehr Informationen über die Tour die Runde und es wurden auch Bilder des dress rehearsals veröffentlicht, also Bilder von Proben mit komplettem (Bühnen-) Equipment vor wenigen, geladenen Zuschauern.
Meine Erwartungen an das Konzert wurden hier schon mehr als erfüllt: eine große Bühne, aufwändig gestaltet, gut unterstützt durch Scheinwerfer und – was Genesis schon immer ausgemacht hat: richtungsweisend.

Ich besuchte das Konzert zusammen mit meinem Bruder. Etwas verwirrt über die Zeitangaben (19:00 Uhr Beginn, 18:00 Uhr Beginn Einlass, 20:15 Uhr Beginn Konzert, keine Vorband) und sich aber des möglichen Andrangs (ausverkauftes Konzert) bewusst, trafen wir gegen 17:00 Uhr auf dem Parkplatz P1 ein, zahlten die noch einigermaßen moderaten 5 € Parkgebühr und hatten etwa 5 Minuten Fußweg bis zur LTU-Arena.
Leider wurde schon vorher bekannt gegeben, dass das Stadiondach geschlossen sein würde. Nun, bedenkt man, dass Genesis noch kein Konzert dieser Tour in Deutschland ohne Regen gespielt haben, kann man das aber auch verstehen. Leider litt die Pyro-Show zum Ende von „Invsible Touch“ etwas darunter – 20 Meter hohe Flammen von der Spitze der Bühne abgeschossen gehen mit einem geschlossenen Stadiondach nicht wirklich konform 😉
Letztlich sollte sich aber herausstellen, dass die Pyro-Effekte nicht gänzlich ausfallen würden sondern man gut improvisiert hat.

Gegen 17:30 Uhr waren wir dann auch schon in der Halle – mit Einlassbeginn 18:00 Uhr war es also (wie erwartet) nicht weit her; der Innenraum war gedrittelt, und das erste Drittel war schon recht gut gefüllt. Wir entschieden uns, uns an das Ende des zweiten Drittels mittig zur Bühne zu stellen. Durch Armbändchen, die in den Innenraum-Abteilen verteilt wurden, war auch die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass man nach einem Verlassen des Innenraums auch in etwa seinen vorherigen Platz wiederbekommen würde.
Die Zeit schritt voran und schließlich wurde es 19:00 Uhr; nun sollte etwas beginnen – und es begann das Zeigen von Werbung über die zwei Videoleinwände. Die half zwar, die letzte Stunde bis zum eigentlichen Konzertbeginn zu überbrücken, war dann aber nicht sehr abwechslungsreich und damit schon fast wieder störend. Als störend stellten sich zu diesem Zeitpunkt bereits auch schon die Getränkeverkäufer heraus, die sich trotz gefülltem Innenraum immer noch durch die Zuschauer quetschten und sich aufregten, wenn man ihnen zeigte, dass sie stören. Vor Konzertbeginn hatten sich Einige auf den Boden gesetzt, um diverse Gelenke für die folgende längere Stehzeit zu schonen – das hielt die Getränkeverkäufer aber nicht davon ab, auch mit dem Tablett voller voll gefüllter Becher oder dem Bierfass auf dem Rücken, über sitzende Personen hinwegzusteigen. Und plötzlich kraxelte dann so ein Exemplar frontal auf mich zu und guckte mich mit einem mittelmäßig bemittelten Blick an – offenbar nicht der Tatsache bewusst, dass ich weder transparent bin, man noch durch mich durchsteigen kann. Ich fragte also freundlich und bestimmt „Wohin des Weges?“ – bekam aber keine Antwort. Waren wohl offenbar zu viele Buchstaben 😉
Selbige Verkäufer ließen sich ja allen Ernstes nicht davon abbringen, während des gesamten Konzerts durch die Reihen quetschen, um ihr Zeug zu verkaufen. Da quetschte sich doch tatsächlich so ein Scherge an mir vorbei, genau während „Ripples“ und nutzte die ruhigeren Stellen um sein „JEMAND BIER?“ durch die Menge zu bölken.

Die Setlist sollte sich dann auch als sehr ausgewogen erweisen:
Behind The Lines / Duke’s End
Turn It On Again
No Son Of Mine
Land Of Confusion
In The Cage / The Cinema Show / Duke’s Travels
Afterglow
Hold On My Heart
Home By The Sea / Second Home By The Sea
Follow You Follow Me
Firth Of Fifth / I Know What I Like
Mama
Ripples
Throwing It All Away
Domino
Drum Duet
Los Endos
Tonight Tonight Tonight
Invisible Touch

I Can’t Dance
The Carpet Crawlers

Damit kommen Liebhaber jeder Ära eigentlich auf ihre Kosten. Klar: diskutieren kann man da immer noch, warum dieses Lied nicht gespielt werden sollte und jenes Lied unbedingt gespielt werden muss, und so weiter…

Schließlich ging es dann los:
die Werbeeinblenundgen wurden beendet und man hörte das Stück „Dead Already“ vom Soundtrack zu „American Beauty“. Unsere Helden betraten die Bühne und auf der großen Videoleinwand sah man zunächst einen Fernseher, der Ausschnitte aus der Bandgeschichte zeigte, dann immer mehr Fernseher, die sich dann schließlich zur einer Darstellung der Welt zusammenfügten. Es folgte ein Zoom auf Europa, dem dann die Einblendung von „DÜSSELDORF“ folgte – diese quittierte das Publikum dann mit dem ersten großen Jubeln. Und dann ging es richtig los: während „Behind the lines“ wurde die große Videowand komplett auf weiß geschaltet und das Lied an sich tat sein übriges: ich war wie umgehauen.
Zum Teil unfreiwillig komisch wirkte Phil dann zwischen den Liedern, als er eine Mischung aus Englisch und Deutsch sprach („We have a song with Gespenster. And the Gespenster live inside the Geisterhaus.“), es trug aber auf jeden Fall zur Unterhaltung bei.

Von all dem, was ich zuvor nur von Aufzeichnungen kannte, durfte ich nun selbst ein Teil sein: die Erklärung des domino principle, das „Digadeeeeo“-Intro zu „Throwing It All Away“, Phils Tambourin-Tanzeinlage bei „I know what I like“, die Showeinlage der Band bei „I can’t dance“ und natürlich die Performance der Songs an sich.
Alles in Allem gab es nun also zweieinhalb Stunden Show und Power. Ruhigere Momente wie bei „Hold On My Heart“, fetzige Momente wie zum Beispiel bei „Los Endos“ und das unvergessene Drum Duet zwischen Phil Collins und Chester Thompson, diesmal auf einem Barhocker „ausgetragen“ werden mir sicherlich lange in Erinnerung bleiben.
Genauso dürfte mir auch die Verwirrung in Erinnerung bleiben, die ich mit meinem T-Shirt gestiftet habe 🙂
Auf Suche nach weiteren Informationen zur Tour stieß ich auf den Genesis-Fanclub „it“. Dieser produzierte sozusagen zum Selbstkostenpreis Fan-T-Shirts zur Show; da klinkte ich mich direkt ein und verpasste meinem Bruder auch direkt ein Exemplar.
Diese T-Shirts dienten nun aber auf dem Konzert den Clubmitgliedern untereinander als Erkennungszeichen, da man sich im RL eben noch nicht oder noch nicht oft begegnet ist. So wurden wir dann auch des öfteren angesprochen, wen man denn jetzt vor sich habe 😉
Schließlich habe ich mich dann aber doch mal in diesem Forum angemeldet, um dann auch mitreden zu dürfen 🙂

Das Konzerterlebnis

  • Behind The Lines / Duke’s End
    Mein älestes reguläres Genesis-Album ist „Abacab“; ansonsten besitze ich nur die Platinum Collection, auf der „Dukes End“ zum Beispiel nicht enthalten ist. Aber „Behind The Lines“ eignete sich perfekt als „Wir machen erstmal richtig Druck“-Opener; perfekt unterstützt durch die gleißend weiße Videowand
  • Turn It On Again
    Eingeleitet durch die kongeniale Begrüßung „Wir sind Genesis.“ und das unfreiwillige an einen gewissen TV-Sender erinnert werden als es hieß „And we are here to entertain you tonight!“ ging es dann mit „Turn It On Again“ auf einen der Stimmungsmacher schlechthin zu- der Spannung aufbauende Beginn, das gesteiergete Tempo – einfach herrlich. Hier sollte sich auch zum ersten Mal zeigen, wie gut Phil stimmlich noch drauf ist. Mit so viel Kraft wie noch in den 80ern bekam es zwar nicht mehr hin, aber das musste man ihm auch eingestehen. Dennoch hat es mich ziemlich umgehauen, dass Phil noch mit so viel Kraft in der Stimme sang.
  • No Son Of Mine
    Hier wurde dann so langsam Gebrauch von den Fähigkeiten der großen Videowand gemacht: eine Uhr wurde eingeblendet und ließ Erinnerungen an das Musikvideo wach werden. Mit den ruhigeren Passagen dieses Liedes ließ man es zunächst etwas ruhiger angehen.
  • Land Of Confusion
    Eines meiner Lieblingslieder von Genesis. Leider versagte das Publikum irgendwie völlig bei den „O ho o“-Rufen im Refrain; ich kam mir damit etwas einsam vor. Phil leitete die älteren Lieder ein, indem er von „alte Stucke“ sprach und frage, ob denn auch alte Menschen anwesend seien – Anwesende auf der Bühne ausgeschlossen 😉
  • In The Cage / The Cinema Show / Duke’s Travels
    Sicherlich der Teil des Konzerts, mit dem ich am wenigsten anfangen konnte. „In The Cage“ und „Duke’s Travels“ kannte ich garnicht, und „The Cinema Show“ war mir auch nur ein wenig im Gedächtnis. Hier wurden auch haupstächlich die Instrumentalpassagen gespielt – für mich sehr ungewohnte Töne, zum Teil auch etwas verfremdet.
  • Afterglow
    Rückblickend kann ich mich spontan nicht einmal daran erinnern, es so direkt gehört zu haben 😉 – Vermutlich habe ich die anderen (neueren) Stücke nur so gut im Ohr, dass ich mich daran besser erinnern kann. „Afterglow“ hat für mich noch sehr viel 70er-Charme, von dem ich persönlich nicht so angetan bin. Mit „Afterglow“ leiteten Genesis dann eine Phase mit ruhigeren Liedern ein.
  • Hold On My Heart
    Absolute Gänsehaut-Stelle des Konzerts. Standesgemäß auf einem Barhocker sitzend gesungen verstand es Phil phänomenal, die Emotionen wiederzugeben, die man von der Studioversion kennt. Damit hatte ich dann auch noch Zeit, etwas durchzuschnaufen – und die Belüftung des Stadions auch; man spürte so manchen angenehmen Zug frischer Luft, der durch die Halle zog 😉
  • Home By The Sea / Second Home By The Sea
    Ich gebe zu – ich kenne viele Songtexte bruchstückhhaft, einige mitsingfähig, manche auch komplett, aber über die Bedeutung mancher Liedtexte bin ich mir oftmals nicht im Klaren, was sie bedeuten sollen. Als Phil dann aber seine deutsche Einleitung sprach und von Geistern und Gespensterhaus erzählte, wusste ich absolut nicht, auf welchen Song es hinauslaufen sollte. Als dann klar war, dass „Home By The Sea“ gemeint ist und die Videowand dann tatsächlich Geister und ein Geisterhaus zeigte, war ich dann doch leicht überrascht. Ich hätte nie gedacht, dass es sich bei „Home By The Sea“ um ein Haus handeln soll, in dem es spukt!
    Dabei noch eine kleine Anekdote am Rande: während wir alle auf den Konzertbeginn warteten, flogen plötzlich ein paar Vögel einmal durch das Stadion und verschwanden gleich darauf wieder. Als wir dann nun in den Videos auch Vögel fliegen sahen, wussten wir auch, wo die von vorhin wohl abgeblieben waren 😉
    Bis hierhin war ich sehr positiv überrascht über die Instrumentauswahl von Tony Banks. Er ist ja größtenteils mit aktuellem Equipment aufgetreten und hatte also im Rahmen der Tourvorbereitungen die Aufgabe, neue Sounds zu designen, die denen der Geräte möglichst ähnlich klingen, mit Plugins und Hilfen zu arbeiten, die andere Synthesizer nachstellen oder (die aufwändigste) Sounds oder komplette Sequenzen zu samplen. Das war ihm bis „Second Home By The Sea“ auch ziemlich gut gelungen, wie ich finde. Was nicht gepasst hat, war der Marimba-Klang, der etwa ab der Mitte von „Second Home By The Sea“ zum Einsatz kommt, nach dem ruhigen Mittelteil, der von der E-Gitarre beendet wird. In der Studioversion ist der Klang zwar hell, aber durchdringt trotzem noch ausreichend Bass und Gitarre, was er (wie ich finde) auch muss, um in den nächsten Teil überzuleiten, um dann schließlich wieder vom Sägezahn-Leadklang abgelöst zu werden. Genau ds hat leider nicht geklappt; es kann auch an der Abmischung gelegen haben, aber das, was ich vom Klang gehört habe, war sehr dünn und kurz und passte irgendwie garnicht.
  • Follow You Follow Me
    Wirkt – so finde ich – eigentlich nur gut mit dem Chor im Hintergrund. Genau der fehlte aber und Phil sang ohne Chorus-Effekt und auch ohne tatkräftige Unterstützung seiner Bandkollegen. Daher ging „Follow You Follow Me“ etwas unter.
  • Firth Of Fifth / I Know What I Like
    Am genialsten war hier sicherlich das Gitarrensolo von Daryl Stuermer. Einfach gigantisch – wie auch der Soloteil von Tony. Als es dann Richtung „I Know What I Like“ ging, ahnten schon Viele, was kommen würde: Phils Tambourin-Tanzeinlage. Er hat sie auch diesmal nicht ausgelassen und dem Publikum seine akrobatischen Künste vorgeführt 🙂
  • Mama
    Eine weitere Gänsehaut-Stelle – ach, was sag‘ ich – ein Gänsehaut-Lied! 🙂

    Von Phil mit aller gebührenden Kraft und dem standesgemäßen „evil laughter“ vorgetragen sicherlich einer der Höhepunkte des Abends – auch, was die Reaktionen des Publikums anging. Der lange Applaus nach „Mama“ ließ Phil zu einer auf-die-imaginäre-Armbanduhr-tipp Geste á la „Wir haben doch keine Zeit!“ hinreißen.
  • Ripples
    „Ripples“ gehört mit zu den Stücken, deren Text ich eigentlich garnicht kenne, aber Phils Gesang, der schöne Hintergrund und die Freude darüber, dass Phil aucch die hohen Töne im Refrain sehr gut und gefühlvoll gesungen hat, gaben diesem Song so manchen Gänsehaut-Moment.
  • Throwing It All Away
    Er hatte es während der „Invisible Touch“-Tour getan – aber würde es auch jetzt tun? Ich habe garnicht damit gerechnet, aber die Einleitung mit dem Publikum, dass „Digadeeeo“ (oder so ähnlich 😉 ) singen sollte, erinnerte mich mit Freude an die Aufnahmen der „Invisible Touch“-Tour und ließ mich und auch ein paar Andere aus meiner Umgebung mitmachen – zu viel mehr Aktivität ließ sich der Innenraum leider nicht hinreißen – schade!
  • Domino
    Auch mit der Publikumsaktion mit dem „Domino Principle“ hätte ich nicht gerechnet – aber zur großen Freude, wurde sie dann doch gemacht: als Phil einleitete, er würde uns jetzt etwas erklären wollen, jubelten die eingefleischten Fans bereits schon. Und ich muss schon sagen: Teil der „Domino Principle“-Vorführung zu sein, macht schon großen Spaß 🙂
    Als sich Phil dann im zweiten Teil des Liedes per Kamera auf der Videowand als das Zentrum eines Lichttunnels einblenden ließ – das war schon ziemlich spektakulär.
  • Drum Duet
    Einer DER Highlights dieses Abends. Phil und Chester gaben alles – aber diesmal nicht direkt an ihren Drumkits, sondern auf einem Barhocker. Dadurch entstand ein recht eigenartiger, aber doch interessanter Klang.
  • Los Endos
    Vielleicht eines der wenigen Lieder, wo sich vielleicht beide Lager der Genesis-Fans, die „Prog-Rocker“ und die „Weichspül-Pop“-Fans in den Armen liegen können; „Los Endos“ hätte ich als Schlusssong oder zumindest als semi-Schlusssong als letztes Lied vor den Zugaben erwartet, aber es sollten doch noch ein paar Lieder kommen 😉 „Los Endos“ wurde überzeugend und so kraftvoll wie eh und je dargeboten – tatkräftig von der Lightshow unterstüzt. Einfach nur spitzenmäßig!
  • Tonight Tonight Tonight
    Kann ich im Nachhinein noch am wenigsten zu schreiben. Einzig die schönen und mit Liebe zum Detail gestalteten Hintergrundbilder bleiben mir davon noch am meisten in Erinnerung. Leider leider spielten Genesis nur den ersten Teil mit den Strophen, den Instrumentalteil und den Rest ließen sie weg. Aber man kann ja nicht alles haben 😉
  • Invisible Touch
    „Tonight Tonight Tonight“ hatte einen fließenden Übergang zu „Invisible Touch“ – der hat mir sehr gefallen un den hat es, wenn ich mich recht entsinne, so auch noch nicht gegeben. Was wohl sicherlich nicht Wenigen aufgefallen sein dürfte, ist, dass Phil hier aus
    „she will mess up your life“ „she will f**k up your life“ gemacht hat – vielleicht ein kleiner Seitenhieb auf Orianne, seine große Liebe und jetzt jüngste Ex? Ansonsten bildete „Invisible Touch“ ein schönes, versöhnliches Ende für den „Prä-Zugaben-Teil“. Als Semi-Konzertende (ich wüsste von keinem Konzert, wo die Zugaben nicht gegeben wurden) hatte das Liedende auch eine ziemlich spektakuläre Pyro-Einlage. Diese musste in Düsseldorf ja, wie weiter oben beschrieben, etwas spärlicher ausfallen, kam aber dennoch richtig gut an. Die Jungs gingen also von der Bühne, selbige wurde fast dunkel geschaltet und des folgten ein paar Minuten Applaus – bis dann wieder alle zurückkamen.
  • I Can’t Dance
    Eine wirkliche „Zugabe-Nummer“. Heizte die Stimmung nochmal auf und wurde durch die farbkräftige Lightshow (gelb, rot, grün, blau) sehr gut unterstützt. Als Videohintergrund dienten die Silhouetten von Mike, Tony und Phil, wie sie den „I can’t dance“-walk machen. Sehr witziges Detail: das Lied über laufen diese Silhouetten im Hintergrund auch synchron zur Musik. Zum Ende des Liedes – während des „Schluss-bumms“ sozusagen, läuft diese Animation mit dem mehrfachen ihrer normalen Geschwindigkeit 😀
    Unvergessen dürfte bei Vielen auch die erzdämliche Fratze bleiben, mit der Phil jedes mal nach „A perfect body with a perfect face“ gemacht hat 😀 .
  • The Carpet Crawlers
    Kannte ich bisher auch nicht so gut. Viele halten es ja für nicht so gut, als letztes Lied (im Übrigen durch Phil auch als letztes Lied des Abends angekündigt) eine Ballade zu spielen, aber ich fand es richtig gut; zum Ende des Konzerts die Stimmung sanft in ruhigere Gefilde zu bringen. Hier wirkte es, finde ich, besser, dass der Refrain ohne Chorus gesungen wurde. Nachdem Gensis dann nach der Verbeugung von der Bühne gegangen waren, folgte noch Applaus und dann bewegte sich das Publikum auch zu den Ausgängen, statt noch mit minutenlangen „Zugabe“-Rufen zu verharren.

Zum Chorus-Gesang an sich: endlich konnte man auch mal Mike und Tony singen hören! Ich habe bisher noch keine Aufnahme gehört, wo die Beiden so laut abgemischt waren – und siehe da: sie können tatsächlich mindestens im Background singen 😀

Zum Publikum:
Ehrlich gesagt kann ich nicht nachvollziehen, warum Sitzplätze die teureren Plätze sind.Den Innenraum empfand ich als „mittendrin statt nur dabei“; klar, man hat bei einem Sitzplatz den Komfort eines Sitzes, aber man sieht immer nur bedingt gut und der Sound ist auch nie der beste, da man den ja nur über die Seitentürme mitbekommt.
Ich hatte selbst schon fast Angst, mich zu blamieren, weil ich nicht jedes Lied quasi komplett mitsingen kann. Stattdessen war ich dann aber enttäuscht, wie träge das Publikum um mich herum war. Ich kenne das eigentlich so, dass das Publikum Refrains aus Eigendynamik mitsingt – und da schien ich schon fast der Einzige in meiner näheren Umgebung zu sein.
Und sonst?
Was es mir hingegen nicht wert war, war das 10 €-Schlüsselband und das 30 €-T-Shirt. Das mögen zwar für solche Artikel übliche Preise sein, aber ich sträube mich dann doch davor, den Merchandisern das Geld in den Rachen zu werfen. Immerhin habe ich ja mein Fanshirt und ich werde mir das 2CD-Encore dieses Konzertes zulegen – die 30 US$ dafür sind dann doch wesentlich haltbarer angelegt, finde ich.

Nach Ende des Konzerts ging es schnell aus dem Stadion raus, auch schnell vom Vorplatz herunter und ebenso schnell zum Auto. Doch bis wir dann vom Parkplatz herunterkamen, verging bald noch eine halbe Stunde.

Insgesamt also ein absolut gigantisches Erlebnis, was ich um nichts auf der Welt missen möchte. Das sind doch genau die Erlebnisse, die das Leben ausmachen und längere Durststrecken des „Alltagstrotts“ ertragen lassen 😉
Die große Frage ist nun aber: was kommt nach der Tour? Nach der Europa-Tour geht es ja noch in die USA. Doch dann? Wird es vielleicht nochmal ein neues Album geben? In welche Richtung wird es dann musikalisch gehen? Ich hoffe jedenfalls sehr, dass die „Turn It On Again“-Tour – oder „a selection of shows“, wie Phil immer wieder betont, nicht das Letzte war, was wir von Phil Collins und Genesis gehört und gesehen haben. Ich finde, mit dieser Tour zeigen Genesis, dass sie sehr wohl noch in der Lage sind, gute Musik zu „performen“. Und 15 Jahre sollten doch genug Zeit gewesen sein, einen haufen guter Ideen für ein neues Album zu haben, oder? 😉

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18 Gedanken zu „Genesis live 26.06.2007 – das war stark war das!

  1. Hey,
    bin durch zufall auf deinen artikel gestossen.hat mir sehr gut gefallen.vorallem sehr ausführlich geschrieben.ich war am 3.7. in berlin beim konzert.aber bei uns hat das puplikum alles mitgemacht.die frage mit den sitzplätzen frage ich mich auch immer wieder.warum soo viel geld für eine platzkarte ausgeben wenn man im innenraum(ich stand 2.Reihe)richtig dabei ist????aber naja sollen sie ruhig so lassen,ich beschwere mich nicht.Liebe grüße aus der hauptstadt sendet katja

  2. Du hast alle Details des Konzerts beschrieben und das finde ich an deinem Text gut und wichtig. Aber Genesis hätte noch ein paar andere Songs in ihr Setlist übernehmen sollen Z.b
    Spounk
    Thats all
    a Job to do

  3. Danke für das Lob!
    Was die Setlist angeht: ich denke, man hätte 10 Genesis-Fans fragen können und mindestens 10 Vorschläge für *die* Setlist bekommen.
    Ich hätte mir auch noch das eine oder andere Lied gewünscht, aber man kann in dem begrenzten Zeitrahmen eben nicht eine so vielseitige und lange Geschichte, wie sie Genesis nun einmal geschrieben haben, vollständig wiedergeben.

  4. Das ist leider wahr aber wenigstens hätten sie einige Songs auswählen können die sie auf bestimmten Touren oder garnicht gespielt haben auswählen können.

    Z.b
    The Lamb lies down on Broadway, Abacab, Musical Box, Misunderstanding, Illegal Alien, Dance on a Volcano, u.s.w

    Vermutlich nerve ich ein bisschen mit den Wunschsongs aber die gerne hören möchte. Wenigstenz gibt es Leute die sowas interesiert.
    Ich mal ne Frage haben Genesis eigentlich auf der Aktuellen Tour einige Songs weggelassen oder andere ausgewählt.Ich glaub eher nicht egal ich schreib dir später noch mal wenn ich nicht zu viel nerve.

  5. Der deutsche Genesis-Fanclub it hat für die Tour ein Blog betrieben, in dem alles Wissenswerte veröffentlicht wurde.
    Soweit ich weiß, hat es die gesamte Tour über in der Setlist keinerlei Variationen gegebn. Davon ab hieß es aber auch, dass Genesis eigentlich schon immer bekannt waren für wenig Variationen in der Setlist.

  6. Ich bin gerade auf der Genesis Fan Seite und die ist wirklich sehr Informativ und da steht alles drin was ich momentan über Genesis Turn it on Again Tour wissen wollte.Vor etwa einem halben Jahr habe ich einen Zeitungsausschnitt von der Genesis Reunion aufgehoben und da stand auch drin das Genesis mit Peter Gabriel und Steve Hakket spielen wollten aber das funktioniert ja nicht.Außerdem wollten sie The Lamb lies down on Broadwaa neu Live aufführen.

  7. In deinem Text steht das es dir auf dem Konzert peinlich ergangen ist weil du nicht alle Songs komplett mitsingen konntest. Ich denke das die meisten Fans die Songs nicht kannten. Ich war schon auf einigen Konzerten von berühmten Bands und ich kannte überwiegend auch nicht die Texte aber das war mir ein bisschen egal, weil ein Konzert ein Highlight sein muss.

  8. Stichwort mitsingen:
    Da hast du mich nicht richtig verstanden. Was ich meinte, war, dass ich davon ausging, dass die Fangemeinde, die auf diese Konzerte geht, zum überwiegenden Teil aus eingeschworenen Genesis-Fans bestehen wird und dann auch um Klassen textfester sein wird als ich das bin. Letztendlich war es ja dann aber so, dass ich noch viel mehr Text konnte, als das Publikum dann letztlich mitsang.
    Ich verlange ja nicht, dass das Publikum alles auswendig können soll, was gesungen wird – aber die Mitsingfreudigkeit, gerade bei Refrains beliebter Stücke, sollte schon da sein und war z. B. bei dem Grönemeyer-Konzert, dass ich in diesem Jahr auch gesehen habe, wesentlich höher.
    Welche Ära gefällt mir am besten? Nun, ich habe Genesis mit Invisible Touch und We can’t dance kennen gelernt und lange Zeit auch nichts anderes gehört, bis ich dann erst in den letzten Jahren auch mal ältere Stücke gehört habe.
    Grundsätzlich gefällt mir schon jede Ära gut, jede auf ihre Weise. Am besten gefallen mir klanglich gesehen dann aber doch die Alben um Genesis, Invisible Touch und We can’t dance.
    Viel Synth-Sounds, sehr schöne Instrumentalpassagen, aber auch Song-Strukturen und „poppigere“ Musik.
    Nachdem ich die DVD vom Konzert im Wembley-Stadion bekommen habe, bin ich ein großer Fan von „Do The Neurotic“ geworden, ein meiner Ansicht nach zu Unrecht nahezu in der Versenkung verschwundener Song. Den hätte ich gerne mal live gesehen, wenn das auch nicht unbedingt so einfach gewesen wäre.
    Was ich aus der 80er/90er-Ära etwas vermisst habe, waren „In too deep“ und „Dreaming while you sleep“.

  9. Du hast komplett recht die invisble Touch Tour und We can´t dance Tour die besten Touren schon alleine weil die Songs seit der Mama Tour viel besser an kamen. Ich schwanke auch zwischen den beiden Touren aber ich bin gerade dabei mir die etwas frühenern Jahre anzuhören. So ab der Duke Tour. Etwas uninteresanter finde ich die Peter Gabriel Songs aber ich denke ich werde auch mal da rein hören. Außerdem die Live DVD
    vom Wembley Stadium ist überagend und eine super aufnahme. Ich war am 26.12.07 auf der Platten Börse in der Dortmunder Westfalen Halle und dort habe ich mir eine Doppel Live Cd von der We cant dance Tour gekauft wo sie unter anderem auch das medley von der Genesis we can dance Longs Longs gespielt haben mit the Lamb lies down on Broadway. Das Konzert ist ein Bootleg die Aufnahme ist eigentlich sehr gut die Instrumente sind nicht ganz so gut zu hören aber mit dem Gesang vergisst man das völlig. Diese aufnahme ist von 1992 in Paris glaube ich. Und ich habe mir auch noch eine Live Dvd von 1980 gekauft dei bei dem Duke album als Bonus Disc drauf ist gekauft.
    Jetzt mal etwas anderes ich habe gelesen das Genesis bevor sie nach America mit ihrer neuen Tour gegangen sind noch In Too Deep
    und Jesus he knows me geprobt haben. Außerdem habe ich gelesen das Ripples in America nicht so gut ankommt wie in Deutschland. Ist ´´Do The Neurotic ein unveröffentlicher Song?

  10. Nein, „Do the Neurotic“ ist nicht unveröffentlicht, das habe ich auch nicht behauptet. Der Song wurde meines Wissens nach auf der B-Seite der Invisible Touch-Single veröffentlicht und jetzt im Zuge der Remastered-Alben auch nur wieder als eine Art Zugabe zum großen Paket; und ich finde, der Song hat eindeutig mehr verdient.

  11. Weißt du zufällig was über „Six of The Best“
    Oder besser gesagt ob das zu zu kaufen ist.
    Soweit ich weiß ist etwas davon bEi der 2ten CD vom Mama Album

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