Licht aus! – oder doch eher Hirn aus?

Groß geworben wurde und wird für die Aktion, heute am 8.12.2007 von 20:00 Uhr bis 20:05 Uhr das Licht auszuschalten, dem Klima zuliebe. Wenn auch tatsächlich für diese etwa fünf Minuten subjektiv Einsparungen enstehen, so ist diese ganze Aktion doch eine gigantische Belastung für unser Stromnetz. Neben der Tatsache, dass das gesamte Stromnetz nicht dafür ausgelegt ist, auf sprunghafte Veränderungen im Energieverbrauch reagieren zu können und so ein Kraftwerk alles andere als in der Lage ist, innerhalb von Sekunden „mal eben so“ die Strompoduktion in großem Maße umzustellen, ist noch viel interessanter, was um 20:05 passieren wird:
viele viele Geräte verbrauchen in den ersten Momenten nach dem Einschalten wesentlich mehr Strom als in der Zeit danach (der sog. Einschaltstrom).
Was wird also passieren? Etwa um 20:05 Uhr wird – viele mitmachende Bewohner vorausgesetzt – abermals eine massive Anforderung auf das Stromnetz gestellt: jetzt werden sehr viele Haushalte noch viel viel mehr Last erzeugen, als sie das sonst tun.
Die Stromerzeuger stellen sich darauf ein, indem sie (so heißt es hier) alle Spitzenlastreserven aktivieren, die zur Verfügung stehen. Das bewirkt wohl letztlich genau das Gegenteil dessen, was mit dieser Aktion eigentlich bewirkt werden sollte, denn solche Reservern gehören zu den dreckigsten Energieerzeugungsmöglichkeiten, die wir so haben. Einzig Pumpspeicherkraftwerke sind relativ „grün“, bilden bei den Spitzenlastkraftwerken sicherlich nicht die Mehrzahl.

Im Vorlauf zu dieser Licht aus-Aktion hat man so eine Aktion ja schon in Westerland und in Bayern gestartet, sozusagen als Generalprobe und kleiner Wettbewerb zwischen den beiden Städten, wer in den fünf Minuten mehr Strom spart. Dort wurden dann vor den lichtlosen Minuten großflächig Kerzen ausgeteilt. Wie gut, dass die überhaupt kein CO2 produzieren…

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